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Vom Infrarot zum Schwarz-Weiß


Der eingebaute Infrarotfilter in der Kamera macht es eigentlich schwer. Trotzdem hält auch er nicht das gesamte Licht im Infrarot-Bereich fern für gute IR-Fotos. Vorraussetzung hierfür ist allerdings ein Filter vor dem Objektiv, der wiederum nur Licht im Infarot-Bereich durchlässt. Ich benutze hierfür einen Hoya (R 72) Filter.
Das Foto.
Da man durch den Sucher nichts erkennen kann, wenn man den Filter aufschraubt, ist die Ausschnittsuche sowie das Vorfokusieren ohne Filter auf Stativ Pflicht. Nachdem die Kamera das Motiv gefunden hat und der Fokus passt sollte die Blende in einem Bereich arbeiten, in dem das Objektiv am Schärfsten ist. Meistens wohl die Blenden 5,6-11. Auch der Tiefenschärfe tut dies im Allgemeinen gut. Im Anschluss schraubt man den Filter auf das Objektiv und löst über Fernauslöser aus. Die Zeiten sollten manuell eingestellt werden und bewegen sich in einem Bereich von 30 bis 60 Sekunden.
Die Bearbeitung.
Wer rote Bilder liebt, braucht jetzt schon nicht mehr weiter zu lesen. Für die, die an einer SW-Umwandlung Interesse haben, wird es jetzt spannend.
Das Bild lade ich in´s Photoshop und nehme eine automatische Tonwertkorrektur vor (Bild 2). Anschließend stülpe ich eine automatische Farbkorrektur über das Bild (Bild 3). Jetzt öffne ich den Kanalmixer und setzte den Rotbereich wie folgt: Rot=0, Blau=100. Gleich danach öffne ich den Blaubereich und sezte auch hier entgegengesetzt: Rot=100, Blau=0.
Es gilt, grüne Bereiche wie Wiesen und Bäume, so weiß wie möglich zu bekommen. Wenn es nicht auf Anhieb gelingt, muss man mit den Reglern (auch mit dem Grün-Regler) etwas spielen. Sollte sich dennoch kein gutes Ergebnis einstellen, war das Foto nicht geeignet.
Das Foto kommt jetzt in den SW-Entwickler nach Wahl. Entrauschen und Nachschärfen nicht vergessen.
Worauf sollte man achten?
Die Sonne ist sehr wichtig. Ohne Sonne keine Infrarotstrahlung. Zur Mittagszeit fotografieren ist hier endlich mal erlaubt. Die Blende immer auf Schärfe einstellen. Jedes Objektiv besitzt eine schärfste Blende, meistens im Bereich 5,6 bis 11. Tiefenschärfe ist sehr wichtig. Offenblenden-Fotos werden hier sehr schnell matschig. Kameras ohne Infrarotsperrfilter wären hierzu am Besten geeignet. Wer eine alte Kamera besitzt, kann den Filter vom Sensor bauen. Na dann…viel Spass!

