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Licht in ´s Dunkel
Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, würde eine manuelle Unterschreitung der Blitzsynchronzeit im M-Modus zu Fehlbelichtungen oder Balken im Bild führen. Wie sieht es aber in der anderen Richtung aus? Eine Überschreitung von 1/60 Sek. Synchronzeit hin zu 1/15 Belichtungszeit bringt keine Fehlbelichtung sondern Bewegung in ´s Bild. Warum ist das so? Im letzten Artikel habe ich beschrieben, dass der Blitz in dem Zeitfenster der Synchronzeit mit ca. 1/1000 Sek. bis 1/4000 Sek. Leuchtdauer auslöst. Würde ich nun das Zeitfenster vergrößern und die Verschlusszeit verlängern, kann auch für längere Zeit Umgebungslicht in die Belichtung einfließen. Je länger die Belichtungszeit eingestellt wurde, desto besser werden Bewegungen im Bild sichtbar. Es handelt sich im eigentlichen Sinn um nichts anderes als um eine Langzeitbelichtung mit Blitz. Zum Zeitpunkt der Blitzauslösung bei 1/60 Sek. wird das momentane Bild eingefroren. Nach dem Blitz entstehen die Bewegungsunschärfen durch die verlängerte Belichtung von 1/15 Sek. Es entsteht ein scharfes Bild mit Wischeffekt. W
er es anders herum haben möchte, weil es besser aussieht da die Wischer zuerst kommen, der löst den Blitz einfach auf den "2. Vorhang" aus (nur P- und A-Modus). Dann wird zuerst langzeitbelichtet und zum Schluss der Blitz hinzugefügt. Wischer entstehen zuerst, erst vor dem Schließen des Verschlusses wird das Bild durch den Blitz eingefroren.
Bei der Nikon D80/D90 kann man im Menü diese langen Verschlusszeiten fixieren.
Im Blitz-Menü die "längste Verschlusszeit" auf z. B. 1/15 Sek. fixieren, damit mit einem Weitwinkel-Objektiv aus der Hand verwacklungsfrei fotografiert werden kann. Um verwacklungsfreie Aufnahmen mit Wischeffekt zu erhalten, darf man auf ein Stativ nicht verzichten, denn Verwacklungen haben mit dynamischen Wischeffekten im Bild nicht´s gemeinsam.
Ebenso kann mit dieser Technik die Lichtstimmung eines mit Kunstlicht beleuchteten Raumes hervorragend eingefangen werden. Durch die längere Belichtungszeit wird die Gewichtung des Raumlichtes gegenüber dem Blitzlicht erhöht. Gleiches gilt natürlich auch für den Aussenbereich. Spannt man nun eine Lee-Folie 204 oder 205 vor den Blitz und setzt den Weißabgleich der Kamera von Automatik auf Kunstlicht, so erhält man ein ausgewogenes und gut ausgeleuchtet Bild. Die kühle Blitzfarbe wird durch die Folie dem Kunstlicht näher gebracht.
Bei der Nikon D90 ist es möglich über das Einstellrad und durch Drücken des Blitzknopfes die Blitzfunktion "Slow" aufzurufen. Hier wird die normale Belichtungszeit ohne Blitz laufend von der Kamera berechnet und der Blitz als Aufhellblitz einfach dazu geschaltet. Es ist wieder darauf zu achten, dass man im dunklen Umfeld nicht in die verwacklungskritische Zone kommt. Auszugleichen wäre dies wieder mit Stativ oder höheren ISO-Zahlen. Hier handelt es sich im dunklem Umfeld wieder um Langzeitbelichtung, allerdings wird jetzt der Wert nach unten für die Verschlusszeit nicht begrenzt.

2 Responses To “Blitztechnik – Längste Verschlusszeit”
ich frage mich wieso sehr viele immer ein externes blitzgerät haben wollen? mein internes reicht mir vollkommen aus.
@Eifelander: Wenn Du dich länger und intensiver mit Fotografie beschäftigst, dann wirst auch Du nicht an dieser Thematik vorbeikommen