LowKey – HighKey

Der Schlüssel zum Licht

Die gezielte Überbelichtung in der Fotografie ist ein Stilmittel, dass einen ganz besonderen Reiz ausübt. Gerade in der Portraitfotografie wird dadurch die übliche und im Anschluss folgende Beauty-Retusche überflüssig. Durch die grobe Struktur der Licht- und Schattenpartien retuschieren sich Pickel oder sonstige Unzulänglichkeiten fast automatisch.

In einem High-Key-Bild wird nur auf das Wesentliche aufmerksam gemacht. Meistens sind es die besonderen Gesichtszüge oder nur Augen-, Nase- und Mundpartien die hier den Betrachter in den Bann nehmen sollen. Fast wie in einer Grafik werden die wichtigsten Elemente des Bildes herausgearbeitet und markant in Szene gesetzt.

Nebensächlichkeiten verschwinden und lassen das Bild zur Form werden. Auch wenn es nur noch die Form enthält, kann der Betrachter die Akzente erkennen und sich selbst das komplette Bild dazu denken.

Eigentlich nur ein Andeuten dessen, was weiter passiert. Die Geschichte wird vom Bearbeiter gestoppt und vom Betrachter fortgeführt.

Strukturen, die man im Hintergrund noch erkennt runden die Gesamtkomposition wieder ab. Aber auch Bilder, die extrem in den High-Key verschwinden und in denen nur noch bruchstückartig zu erkennen ist, was im Original zu sehen ist, können meistens noch eine tolles Werk ergeben.

Man sollte allerdings nicht übertreiben, sonst ist das Bild von einer Grafik nicht mehr zu unterscheiden.

Ganz anders sieht es bei der Low-Key-Aufnahme aus. Gezieltes Herausarbeiten der Lichtpartien sind es, die das Bild, genauso wie die Schatten bei der High-Key-Aufnahme, zum besonderen Unikat werden lassen.

Man kann beide Aufnahmestile mit einem Positiv und Negativ vergleichen. Alles was bei High-Key herausgearbeitet wird, muss bei Low-Key verschwinden. Hier sind es die Schatten, die nur noch angedeutet werden. Das Licht wird gezeigt und wieder wird das Foto im ersten Moment fast zur Grafik.

Das Licht legt sich auf den Körper und zeichnet ihn nach. Der Hintergrund verschwindet im Nichts. Dadurch wird das Hauptmotiv herausgearbeitet und wieder auf das Wesentliche konzentriert. Was sich im Hintergrund abspielt wird unwichtig.

Ganz klar ist hier der gezielte Lichteinsatz sehr wichtig, viel wichtiger als bei High-Key-Aufnahmen. Die Schatten habe ich nicht ganz zum Absaufen gebracht. Der Blitz der die Rückenpartie aufhellt, zeichnet eine weitere Struktur in das Bild.

Manche Fotografen üben hier sehr viel Detailarbeit aus. Beide Bilder wurden mit dem vorhandenen Licht aufgenommen. Im Bild oben, wurde bei bewölktem Tageslicht ein Blitz von unten dazugeschaltet. Im Bild unten, habe ich das Licht, welches zum Fenster einstrahlte, mit einem Blitz in den Rücken des Models, unterstützt.

Wie man sieht, kann man auch mit dezentem Lichteinsatz oder mit überdimensioniertem Lichteinsatz zum Erfolg kommen. Einen besonderen Flair übt diese Art der Fotografie allemal aus. Dies gilt nicht nur für die Portraitfotografie sondern für alle Arten der Fotografie gemeinsam.

 

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