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Drei Wochen Redaktionspause und doch keinen Leser verloren. Nein, sogar noch weitere Blog-Interessierte dazu gewonnen! Da ich nicht damit gerechnet habe, möchte ich mich mal bei den Stammlesern sowie bei den neu dazu gekommenen Lesern bedanken. Da ja schon viele von Euch auf den Bericht warten, möchte ich Euch nicht weiter auf die Folter spannen. Vorab werde ich über das Technische und den gesamten Backround berichten, bevor weitere Artikel zum Thema Hochzeitsfotografie folgen werden.
Projekt Hochzeit
Planung! Ohne Planung geht hier nichts. Eine Hochzeit findet in der Regel nur einmal statt (zumindest sollte sie es) und kann nicht, wie vielleicht ein Portrait-Shooting, am nächsten Tag wiederholt werden. Es gibt nur äußerst wenig Situationen die Wiederholungen zulassen. Egal wie sich die äußeren Umstände darstellen, ob es regnet oder schneit, das Shooting muss durchgezogen werden. Ein Vorab-Gespräch mit dem Brautpaar bei einem Mittagessen oder bei Kaffe und Kuchen, ist der erste Planungspunkt in einem solchen Projekt. In diesem Gespräch werden die Vorstellungen des Brautpaares sowie die des Fotografen in Einklang gebracht. Bei einer kompletten Hochzeitsreportage, so wie ich sie durchgeführt habe, muss der Fotograf wissen Wo er sich, zu welcher Uhrzeit und an welchem Ort einzufinden hat. Eine exakte Liste mit Uhrzeiten der verschiedenen Szenarien ist hier sehr von Vorteil. Diese Liste trage ich in der gesamten Zeit des Shootings bei mir. Selbstverständlich sind Adressen und Handynummern in dieser Liste genau angegeben. Ein Navi-Gerät sollte in diesem Fall unter keinen Umständen fehlen, da eine Suche in einem Stadtplan die Pünktlichkeit erheblich einschränken kann. Pünktlich sollte man sein, da die Gesellschaft nicht warten wird. Vorzeitiges Losfahren durch den Verkehr muss dringend eingeplant werden. Die Fahrt zum Standesamt durch den Feierabend-Verkehr hat mir fast das Genick gebrochen. Einen Kilometer vor dem Zielpunkt, Stau wegen einer Baustelle! Ich habe es aber dann dennoch geschafft..uffz.
Ebenfalls von Bedeutung ist das Vorab-Gespräch mit dem Hochzeitslader oder der Band, um hier nicht in Konflikt zu geraten. Auch die Band will wissen, wo sich denn nun das Brautpaar befindet, wenn es zum Shooting auf die grüne Wiese entführt wird.
Probe-Shooting
Nach dem Vorab-Gespräch mit dem Brautpaar, in dem sich das Brautpaar und der Fotograf kennen lernen, folgt bei mir grundsätzlich ein Paar-Shooting. Hier können dann verschiedene Perspektiven und eventuell die Location ausgetestet werden. Ideal ist es, das Gespräch bereits im Lokal der Hochzeitsfeier stattfinden zu lassen oder der Location, an dem später die Brautpaar-Bilder stattfinden sollen. Auch das Paar verliert hierbei die Scheu vor der Kamera. Da ich in diesem Projekt vor dem Problem Größenunterschied Braut und Bräutigam stand, war es durchaus von Vorteil ein Probeshooting durchzuführen.
Assistenz
Eine Assistentin/Assistent kann am Tag der Hochzeit enorme Entlastung bringen. Ich persönlich möchte nicht auf meine Assistentin verzichten. An dieser Stelle möchte ich mich für die tolle Zusammenarbeit ganz herzlich bei meiner Frau bedanken, die es mal wieder hervorragend gemeistert hat.
Ablaufplan
Standesamt mit anschließender Feier
- 2 Tage vor der Hochzeit 17:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Hochzeitstag
7:00 Uhr bis 24:00 Uhr
Braut, Bräutigam, Brautabholung, Hochzeitssaal, Besprechung mit dem Pfarrer, Kirche, Sektempfang, Gruppenbild, Tortenanschnitt, Brautpaar-Shooting, Brautentführung, Weinkeller, Tanz.
Neben den groben Motiven die als unerlässlich gelten, ist als Tip ein Shooting der kleinen Nebensächlichkeiten unbedingt anzuraten. Wie jeder seine Planung der Hochzeitsfotografie vollzieht, liegt in der Kreativität jedes Einzelnen. Ich werde deshalb nicht näher auf Motivwahl und Bearbeitung eingehen. Viel wichtiger ist wohl zu erfahren, welches Equipment in welchen Situationen nötig ist. Zwei Bodys dabeizuhaben kann z. B. erheblich die Nerven beruhigen. Von hoher Bedeutung ist ein freundliches Gespräch mit dem Pfarrer, wie sich in der Kirche bewegt werden darf und ob ein Blitz benutzt werden kann. Ich hatte hier keinste Einschränkungen. Ich glaube ich hätte mich auch unter den Altar legen können. Nichts desto Trotz sollte so unauffällig wie möglich fotografiert werden um die Zeremonie nicht zu stören. Ich persönlich lasse mich allerdings vom Traumbild nicht abhalten, komme was wolle. Emotionen sind wichtig. Man möchte meinen, dass es auf so einer Hochzeitsfeier genug davon gäbe. Dem ist aber nicht unbedingt immer so. Manchmal muss man wirklich danach suchen. Das liegt daran, dass viele Menschen zusammen kommen, die im “richtigen Leben” nicht viel miteinander zu tun haben. Da kann es manchmal sehr reserviert zugehen bis man im Weinkeller gelandet ist. Wenn dem so ist, rate ich dazu keine Bilder zu schiessen, es wird sich nicht lohnen. Sollten allerdings Kinder dabei sein, ist ein Richten des Suchers auf die Unbekümmertheit und Ausgelassenheit der Kinder anzuraten. Ansonsten hält man sich an das Brautpaar, da bekommt man immer etwas ab von den Emotionen wie Stress, Müdigkeit, Glücklichsein.
Nicht immer darf man draufhalten! Natürlich verbietet sich das Shooten beim Essen. Auch wenn der Bräutigam die Braut abholt und an ihrer Tür klingelt, entziehe ich mich mit meiner Kamera und überlasse den Augenblick ganz alleine dem Brautpaar. In der Kirche sollten Tränen nur sehr unauffällig aufgenommen werden. Teleobjektiv? In der Kirche nicht unbedingt anzuraten, es sei denn es ist sehr lichtstark. Aber die Möglichkeit eines Ausleihens einer Objektivbrennweite über den Handel kann hierzu in Erwägung gezogen werden. Hierzu gibt es einen Link auf dem Sideboard “Miete”.
Ergebnis
Insgesamt habe ich 1.500 mal auf den Auslöser gedrückt. Hiervon konnten ca. 500 Bilder mit fünf Sternen bewertet und in das Fotoalbum eingepflegt werden. Weitere 150 Bilder können als Zugabe auf die Foto-CD gebrannt werden. Der Rest ist für die Tonne
. Aber Achtung…nicht gleich löschen, es gibt auch hier noch das eine oder andere Bild, dass für eine kreative Nachbearbeitung herhalten kann.
In den nächsten Beiträgen werde ich über die Planung des Equipments berichten, sowie über den gezielten Einsatz von Objektiven und Blitz on Location. Auch werden dann die ersten Bilder folgen.
3 Responses To “Hochzeitsreportage – Planung”
Wow, 1500 mal ausgelößt… das ist ja eine ganz schöne Menge
Einen tollen Artikel hast du hier veröffentlicht.
Ich freue mich schon richtig auf die nächsten Artikel zum Thema.
Was mich noch interessieren würde…
falls die Kirche/der Saal zu dunkel ist, wie hellst du deine Bilder auf?
Direkt von der Kamera runter wird ja häufig als störend empfunden,
was wenn keine weiße/helle Wand/Decke zur Verfügung steht?
Servus,
Christopher
1500 mal beinhaltet natürlich Standesamt plus Hochzeit
.
In der Kirche ist wireless wohl viel zu auffällig. Natürlich von der Kamera, Blitz trotzdem nach oben, da ja durch den Diffusor seitlich noch genügen Licht zur Aufhellung vorhanden ist. Dann die ISO hoch fahren bis mindestens 800, um vorhandenes Licht einzufangen. Die Zeiten nach unten Schrauben so weit es Brennweiten-Abhängig möglich ist, um auch hier vorhandenes Licht miteinzubauen.
Hallo Christian,
klasse Artikel!
Da hast du aber wirklich alles gegeben und 110% geplant. Vor allem aber auch Hut ab vor dem Hochzeitspaar, das sich die ganze Zeit nimmt. Sollte nornmal sein, ist es aber nicht
.
Betreff Licht im Festraum / saal.
Hier würde ich auch gerne mal entfesselt Blitzen.Klar geht nicht immer und ist aufwendig,
aber für einen Bereich/Ort eingerichtet würde es bestimmt einige Knallerbilder bringen.
LG
Andreas