Manchmal muss man etwas erklären…

…weil ein Bild alleine nicht reicht. Gestern hat Sam Jost einen Kommentar zu meinem Bild “Sektlaune” gepostet, worin er meinte, der Hintergrund wäre für ihn zu dominant und zu hart. Ihm würde das Bild mit etwas weicherem Hintergrund besser gefallen, da dann das eigentliche Motiv besser zur Geltung kommen würde. Recht hat er! Oder nicht?

Wie wir alle wissen, sind Motiv, Aufbau und sonstige Bearbeitungen, wie bei allen anderen Dingen reine Geschmacksache. Aber manchmal muss man auch mal etwas erklären. Mir war von vorne hinein klar, wenn sich jemand zu einem Kommentar bei diesem Bild durchringen würde, wird sie/er mit Sicherheit den Hintergrund dieses Bildes bemängeln. Nun warum habe ich das Bild eigentlich eingestellt, wenn ich denn weiß, dass es dem allgemeinen fotografischen Geschmack, vielleicht sogar den Grundlagen der Fotografie, entgegenwirkt?

Kurz mal erklärt wie es zu dieser Bearbeitung kam: Dieses Foto entstand auf einer Geburtstagsfeier. Ich hatte ein Farbbild vor mir, wie jedes andere auch. Nichts was besonderes auffiel. Allerdings suchte ich dieses Bild explizit, da ich für diese Geburtstagsfeier unbedingt ein bis zwei Sektfotos bearbeiten wollte. Einige Fotos dieser Feier hatte ich bereits bearbeitet, nichts großes, Tonwertkorrektur-Kontraste-Farbabgleich, fertig. [singlepic id=129 w=220 h=140 float=]Da saß ich nun vor diesem Langweiler-Foto und wusste noch nicht so recht wie ich diesem Bild den nötigen Pep geben sollte. Da kam mir die Idee, mach es doch mal in Schwarz/Weiß. Kaum umgewandelt kam auch sofort die Begeisterung zurück. Ich drehte an den Kontrast- und Gradationsreglern bis das Bild dem entsprach was ich eigentlich auch auf dieser Feier emotional erlebte. Was soll ich sagen, alle Bilder wurden in Schwarz/Weiß mit harten Kontrasten bearbeitet und jetzt bin ich höchst zufrieden mit der Serie. Was ein Bild so ausmachen kann!

[singlepic id=127 w=320 h=240 float=]Der Hintergrund des   “Sektlaune”-Bildes unterstützt, meiner Meinung nach, sogar das eigentliche Motiv. Er gibt das Aufsprudelnde des Sektes wieder und vermittelt die Atmosphäre der Dinge die im Nachhinein auf dieser Feier noch passierten. Dieses, so wie alle anderen Fotos, sind keine Wandbilder zum Aufhängen, nein im Gegenteil zum Anfassen und   Rumreichen sollen sie gedacht sein. Um zu sagen “ah ja…das war mein 71. Geburtstag…schön war ´s!”

[singlepic id=128 w=320 h=240 float=]Da es Sam nicht gefiel, dachte ich mir, ich lade ihn auf ein Glas Sekt ein und bearbeite mal eine Variante für ihn persönlich. So ist das Vergleichsbild entstanden, dass ich für Sam im Anschluss noch bearbeitet habe. Dies steht als direkter Vergleich zum Betrachten bereit.

Nochmal danke an Sam der mich durch seinen Kommentar auf die Idee dieses Artikels brachte.



Na, geht ´s Euch auch so?…manchmal muss man halt auch etwas erklären.

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