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500 flickr

Analoge SW-Filme entwickeln

Wer noch in Besitz einer älteren Kamera ist, wird sich schon des öfteren gefragt haben: Auf den Müll? Ich würde sagen nein!   Warum seine Filme nicht selbst entwickeln?!   Anschließend die Negative einscannen und in ´s Netz stellen. Wie das gemacht wird kann man hier nachlesen.

In etwas größeren Foto-Fachgeschäften (hier in München Sauter oder Dinkel) bekommt man die nötigen Utensilien. Auch im Netz bei den einschlägigen Auktionshäusern ist jede Menge Startmaterial zu bekommen. Was man dazu unbedingt braucht ist ein abgedunkelter, um nicht zu sagen -lichtfreier-, Raum. Das könnte das eigene Bad sein. Zum Test sollte man das Licht ausschalten und einige Minuten warten, damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, um dann zu sehen ob durch irgend einen Spalt noch Licht einfällt. Diesen könnte man mit einem Handtuch abhängen oder gar mit Klebestreifen lichtdicht abkleben.

Zur SW-Filmentwicklung benötigt man 10 Dinge:

1. Lichtfreien Raum

2. Wasseranschluss

3. 20 °C Raumtemperatur <> 2-3 °C

4. Film-Entwickler – Ilford ILFOTEC LC29 (500 ml –   Verdünnung 1/9 = ca. 100 Filme 120)

5. Stopbad – Ilford ILFOSTOP (500ml – Verdünnung 1/19 = ca. 300 Filme 120)

6. Fixierbad – Ilford RAPID FIXER (obwohl Papierfixierer kann man ihn auch für Filme einsetzten / 500ml – Verdünnung 1/3 = ca. 40 Filme 120)

7. Entwicklungsdose – Jobo UNITANK   Tanksystem 1500 für 120er Filme (Mittelformat) oder kleiner für 135er Filme (Kleinbildformat)

8. 3 Flaschen für die vorbereiteten verdünnten Lösungen

9. Wäscheklammer o. ä. zum Aufhängen des Negativstreifens für die Trocknung

10. Stopuhr (Armbanduhr)

tank entwickler stop fixierer

Vor dem Beginn der Filmentwicklung sollten alle angesetzten Lösungen bereit stehen. Für Mittelformatfilm 120 benötigt man 500ml angesetzte Lösung.

Der Umgang mit der Entwicklungsdose erscheint nur am Anfang etwas schwierig. Deshalb sollte man etwas zur Trockenübung ausholen. Um das nötige Fingerspitzengefühl beim Einfädeln des Filmes in den Entwicklungstank zu bekommen, opfert man am besten einen nicht belichteten Film und probiert es erstmal bei Licht. Das Ganze dann bei geschlossenen Augen bis man die nötige Fertigkeit besitzt um den belichteten Film bei Dunkelheit einfädeln zu können. Die Ecken des Filmstreifens kann man mit der Schere etwas rundlich schneiden, um den Film beim Vorschub leichter in die Spirale zu bekommen. Dies sollte man auch üben, sonst schneidet man sich im Dunkeln noch in die Finger!

So nun das Licht ausschalten und den Film einfädeln. Ist der Film nun in der Spirale, wird die Spirale in die Dose gesetzt und der Deckel darüber gestülpt. Nun liegt der Film lichtdicht im Tank und man kann getrost das Licht wieder einschalten, obwohl der rote Gummideckel noch nicht drauf sitzt. Im Anschluss daran gießt man zügig die Entwicklerlösung 1/9 in den Tank, löst die Stopuhr aus, setzt den roten Gummideckel darauf und kippt die Dose 3-mal. Danach die Dose hart aufsetzten, um Luftblasen zu vermeiden, dann stehen lassen.   Nach 1 Minute wird wieder 3 mal gekippt. Dies wiederholt man bis zur 5. Minute ab 5:15 öffnet man den Gummideckel und gießt wieder zügig das Bad zurück in die Vorratsflasche. Vorratsflasche gut verschließen, da ein Tropfen des Fixier- oder Stop-Bades im Entwickler diesen zerstören wird. Spätestens in der 5:30 Minute Stoppbad 1/19 einfüllen, Deckel darauf, für ca 30 sec. laufend kippen, kann auch länger sein. Stoppbad zurück in die Vorratsflasche. Zeit spielt jetzt keine Rolle mehr da der Entwicklungsvorgang gestoppt wurde. Nun das Fixierbad 1/3 einfüllen und ca. 1 Minute durch kippen fixieren. Wer die genaue Klärzeit des Fixierbades wissen möchte, legt ein Stück des Probefilms von der Übungsphase in das Fixierbad und misst die Zeit bis zur vollständigen Klärung (Film wird transparent). Diese Zeit entspricht exakt der Fixierung des Filmes.

Nach der chemischen Keule nun das Wasserbad. Wasser 20 °C einfüllen und 5 mal kippen. Neues Wasser 10 mal kippen. Neues Wasser 20 mal kippen. Anschließend etwa 3 Minuten unter dem laufenden Wasserhahn bei geöffneten Deckel spülen. Etwas Spüli oder anderes Geschirrspülmittel in die Dose geben. Wasser drauf und die Spirale heben und senken. Durch das Spülmittel verhindert man Kalkablagerungen auf dem Film. Film vorsichtig aus der Spirale nehmen, durch die Finger ziehen um das Wasser abzuwischen und zum Trocknen für 20 bis 30 Minuten aufhängen (je staubfreier desto besser). Bitte beachten dass der Film im nassen Zustand sehr kratzempfindlich ist!

Wie man sieht ist in knapp 10 Minuten ein Film entwickelt!

Sollte es vorkommen, dass ihr einen Film entwickeln wollt aber feststellt, ihr habt gar kein Entwickler zu Hause. Nicht verzagen, vielleicht findet sich ja eine Tasse Kaffee, Vitamin C, dest.-Wasser und Waschsoda in der Küche. Ihr glaubt es nicht? Na dann guckst Du hier!

Für auftretende Schäden die Ihnen beim Filmentwicklungsvorgang nach dieser Anleitung entstehen sollten, übernehme ich keine Haftung.

2 Responses To  “Analoge SW-Filme entwickeln”

  • 06.09.2009

    Das wird bei mir in den nächsten Wochen auch mal anstehen – ich bin echt schon gespannt wie Flitzebogen :-)

    Gruß
    Andreas

  • 13.04.2010

    In meiner Jugend hatte ich mal einen Kurs in Fotografie besucht und mich mal in der Negativentwicklung probiert. Allerdings muss man da höllisch aufpassen und immer wissen, einmal unvorsichtig und gleich kann ein ganzer Film flöten sein. Normalerweise gehören in ein S/W-Labor allerdings auch ein Vergrößerungsgerät.

    Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Digitalfotografie den ganzen Labors schwer zu schaffen macht und ich schon erleben konnte wie 2 Fotofachgeschäfte Insolvenz anmelden mussten.


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